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Publikation zum Ittinger Kartäuserkongress erschienen

• Blog Forschungspreis

Ein Kongress zur Buchkultur der Kartäuser lockte im Juli 2017 Wissenschaftlerinnen und Wis-senschaftler aus ganz Europa in die Kartause Ittingen. Im eben erschienenen Kongressband können die einzelnen Beiträge nun nachgelesen werden.

Dem Lesen und Schreiben wurde im Leben der Kartäusermönche seit den Anfängen des Ordens eine grosse Bedeutung zugeschrieben. Einzelne Bücher oder Sammlungen aus Kartäuserbibliotheken, Spuren ihrer Nutzung, Bibliothekskataloge und -bauten sind nicht nur für Literaturwissenschaft und Theologie interessante Forschungsfelder. Auch Architektur- und Kunstgeschichte sowie die Informationswissenschaft profitieren von der Auseinandersetzung mit der Buchkultur der Kartäuser.

Entsprechend interdisziplinär war auch der von Kantonsbibliothek, Ittinger Museum und Stiftung Kartause Ittingen in Zusammenarbeit mit Margrit Früh und Jürg Ganz organisierte Forschungskongress „Sammeln, Kopieren, Verbreiten. Zur Buchkultur der Kartäuser gestern und heute“ angelegt, der vom 13. bis zum 16. Juli 2017 in der Kartause Ittingen stattfand.

Ein gutes Jahr später ist nun die Publikation zum Kongress erschienen. 25 der insgesamt 29 Referate sind in überarbeiteter Form nachzulesen, gegliedert nach den Themenblöcken am Kongress: Kartäuserbibliotheken, Lese- und Schreibpraxis in Kartausen, Bibliothekskataloge, spezifische Bibliotheksbestände einzelner Kartäuserbibliotheken sowie die Schicksale einzelner Klosterbibliotheken und ihre Repräsentation im Internet.

Mitgewirkt haben auch zwei Wissenschaftlerinnen und ein Wissenschaftler aus der Region, die zur Geschichte der Ittinger Kartause forschen: Marianne Luginbühl, Mitarbeiterin der Kantonsbibliothek, schreibt über die Gegenreformation in der Klosterbibliothek, Margrit Früh, die ehemalige Direktorin des Historischen Museums, präsentiert ihre Forschung zu den zwei erhaltenen Bibliothekskatalogen und Felix Ackermann, Kurator des Ittinger Museums, stellt anhand des Priors Antonius von Seilern die Buchkultur der Kartause im 18. Jahrhundert vor. Zusätzlich haben sich auch zwei Externe mit „unserer“ Kartause befasst: Hanspeter Marti untersucht in seinem Beitrag die Rolle profaner Literatur in der Ittinger Klosterbibliothek und Gerhard Schlegel berichtet, wie Wiegendrucke aus drei Thurgauer Klöstern in die Universitätsbibliothek Rostock gelangten.

Wer einen Blick in die Publikation werfen möchte, kann dies in der Kantonsbibliothek Thurgau tun. So lange der Vorrat reicht, können Exemplare zum Vorzugspreis von 20 Franken in der Kantonsbibliothek bezogen werden (E-Mail an maria.soloveyNULL@tg.ch).

Excoffon, Sylvain/Zermatten, Coralie (Hg.), Sammeln, Kopieren, Verbreiten. Zur Buchkultur der Kartäuser gestern und heute, Saint Etienne 2018.

Bild des Buchcovers

 

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